Manchmal sträube ich mich vor der Leichtigkeit

Manchmal stehe ich vor der Stille und sträube mich innerlich vor ihr. Manchmal schau ich auf mein Meditationskissen, verschränke die Arme und Strecke ihm die Zunge raus.

Manchmal ruft mich der Wald und sagt komm, hier findest Du Frieden und Inspiration und alles, was Du gerade nicht spüren kannst. Nimm den leichten Weg und lass Dich in unsere Arme fallen. In der Stille, der Natur, dem Frieden und Deiner Glückseligkeit wird alles bereit gestellt. Hör auf zu strampeln und zu leiden komm einfach hier her in unsere Arme und unseren Schoß.

Und wieder sehe ich mich sträuben, die Arme verschenken und ein zickiges und wütendes NEIN zurückrufen.

Wie kann es sein, dass die Lösung immer wieder so leicht sein soll? Ich habe mich doch jahrelang so abgemüht. Es ist, als ob ein Teil in mir die Leichtigkeit manchmal nicht wahrhaben will – so als ob ich damit meinem bisherigen Weg unrecht tue.

Es ist so, als ob ich es manchmal lieber noch mal eine Weile schwer haben will – weil das ja schon immer so war. Weil ich das kenne. Und weil ich mich doch sooooo viel bemüht habe in meinem Leben.

Es ist an diesem Punkt, an dem ich spüre, wie meine Arme sich etwas lockern und die Stirn entspannt: Madlen, das macht keinen Sinn! Weiter zu leiden, weil man bisher auch gelitten hat… Jetzt werden meine Schultern und mein Nacken sanfter. Alles lässt los. Anspannung verlässt meinen Körper.

Okay, sage ich. Wie ein Kind, das merkt, dass es genug wütend war und jetzt einfach wieder mehr Lust darauf hat, Spaß zu haben. Okay, ich nehme den leichten Weg.

Dann setzte ich mich hin zur Meditation. Am Anfang spüre ich den Widerwillen noch ein wenig. Doch dann breitet sich so schnell Frieden in mir aus. Ich spüre Glück in meinem Herzen und die Lebendigkeit, die mich vollkommen durchströmt und einnimmt. Und dann kommen auch schon die Ideen. Die Erkenntnisse, alle Informationen, die für meinem weiteren Weg relevant sind. Dann entsteht Lust am Leben und an mir. Lust, Neugierde und Begeisterung, die weiteren Schritte zu gehen.

Und ich denke wieder einmal: Wow, es ist immer alles da. Und es ist immer so viel leichter, als erahnt.

Ja, ich wähle den leichten Weg. Heute wieder neu❤️