Die große Pause. Das große Ausatmen.

Meine Gefühle und Wahrnehmungen zur aktuellen Situation sind so vielschichtig. Aber die eine Sache, die sich momentan deutlich in den Vordergrund schiebt ist die Thematik der Pause.

PAUSEN SIND WOHL DAS KRAFTVOLLSTE TOOL, WENN ES DARUM GEHT, NARRATIVE AUFZUBRECHEN.

Und wir werden gerade in eine kollektive Pause „gezwungen“. Dieser „auferzwungene“ Stillstand birgt unglaubliches Potenzial. Für jeden Einzelnen und für uns als Gemeinschaft. Denn kollektive Pause = Potenzial, kollektive Narrative zu sprengen.

Ich selbst spüre in mir seit gestern das Verlangen danach, sehr sehr still zu werden. Mich von der Welt in gewisser Weise abzukapseln – nicht aus Angst, sondern aus dem Wunsch nach Einkehr und Besinnlichkeit.

Wie das Eintreten in einen Übergang. Das Alte verlassen. Das Neue in Empfang nehmen.

Ich habe meinen Wochenend-Trip abgesagt. Fühle mich gerade wie auf einer Insel. Und wohne ja quasi auch auf einer  Nehme so vieles gleichzeitig wahr. Ich spüre das Chaos und das Rauschen und den Aufruhr und dann ist da gleichzeitig eine unfassbare Stille. Ein Sog nach innen. Ein Stillstand, der all meine Aufmerksamkeit fesselt.

 

IN MEINER ERFAHRUNG HABE ICH PAUSEN ALS EINEN DER WIRKSAMSTEN MECHANISMEN FÜR TRANSFORMATION KENNENGELERNT. In diesem Sinne sind wir gerade sehr gesegnet.

Die endlosen Narrativen von schneller, besser, weiter, optimierter, noch weiter, größer, bloß nicht anhalten, aber wo laufen wir denn eigentlich hin – egal einfach weiterlaufen, nicht so viele Fragen stellen, rennen, schneller, weiter, los… laufen gerade einfach ins Leere.

Narrative werden durch Nichts so aus dem Konzept gebracht, wie durch Pausen. Durch Pausen, die einen so „lahmlegen“, dass man merkt, dass man an sich nichts ausrichten kann. Dass es keine Kontrolle gibt, die man ausüben könnte. Das einzige, was man tun kann ist zu stoppen und anzuhalten. Still zu werden und dem zu begegnen, was gerade da ist. Und das kann in dieser, der jetzigen Situation, für jeden etwas ganz anderes sein. Hör hin.

Narrative enden, wenn wir ihnen nicht mehr zuhören. Es ist der Moment, in dem man das Buch aus der Hand legt. Auf einmal ist da noch eine andere Welt. Man erkennt, dass man eine Wahl hat.

 

PAUSEN ERMÖGLICHEN GENAU DIES IM ÜBERTRAGENEN SINNE: WIR STEIGEN AUS DEN BISHER GÜLTIGEN NARRATIVEN AUS. Wir atmen aus. Wir schauen uns um. Was jetzt?

Ich spüre so etwas, wie ein großes kollektives Ausatmen. Fast so, als flüstern so viele „endlich“. Endlich eine Rast. Ich spüre eine enorme Entspannung, die in unseren Nervensystemen einsetzt, in dem wir uns diese Pause gänzlich erlauben. Ja, da ist auch all die hochgewirbelte Angst, doch darunter schlummert das Potenzial unsere Nervensysteme nachhaltig in eine Frequenz der Entspannung zu versetzen.

Das Bild, das ich bekomme ist das eines kollektiven Retreats. Hier liegt das Potenzial dieser Krise.

 

ES GIBT EIN BUCH, DAS HEISST 5 DINGE DIE MENSCHEN BEREUEN, WENN SIE STERBEN. DIESES BUCH WURDE VON BRONNIE WARE, EINER PFLEGERIN, GESCHRIEBEN, DIE MENSCHEN AM ENDE IHRES LEBENS BEGLEITET. UND DAS SIND DIE DINGE, DIE MENSCHEN BEREUEN:

  1. “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben”
  2. “Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet”
  3. “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken”
  4. “Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten”
  5. “Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein”

Diese Krise ist ein kollektiver Shift in eine neue Realität. Das ist das zweite Bild, das sich sehr stark in mir spüre. Und wir sind alle gefragt, diesen Shift mitzugestalten. Er entsteht durch uns.

Es geht darum, sich wirklich zu besinnen, was für uns wichtig ist. Für Dich. Für mich. Für uns als Gemeinschaft. So, wie wir aktuell leben, verpassen wir unser Leben eher, als dass wir es wirklich leben. We are constantly missing the point!

Ich lade Dich ein, diese kommende Zeit wirklich als eine Zeit des Übergangs in eine neue Realität zu nutzen: Worum geht es für Dich in diesem Leben?

Was, wenn Du all diese Anstrengung und dieses „Vorankommen“, das wir so selbstverständlich betreiben, sein lässt? Was, wenn es eigentlich um etwas ganz anderes geht?

WAS, WENN DU EIGENTLICH HIER BIST, UM DEINE EXISTENZ ZU GENIEßEN?

Sind wir bereit, aus den Mühlen der Selbstoptimierung und der leeren Fortschrittsgedanken auszusteigen und uns zu fragen, was eigentlich wirklich das Fundament unseres Lebens ausmachen soll?

Wer sind wir?
Als Mensch?
Als Menschheit?
Was willst Du eigentlich wirklich erleben?
Warum bist Du eigentlich hier?
Also wirklich?
Wozu das alles?
Welche Erfahrungen willst Du machen?
Was willst Du nicht bereuen, wenn Du diesen Planeten verlässt?

Lasst uns diese Pause zur Besinnung nutzen. Sinnhaftigkeit ist etwas, das wir erschaffen, in dem wir uns auf das für uns WESENtliche besinnen.

So dass wir danach nicht einfach wieder in die gewohnten Abläufe und Narrative einsteigen.
Sondern diese Krise wirklich als Chance zur Transformation begreifen.

Du hast die Wahl.
Und Du kennst die Antworten auch schon.
Beginne sie jetzt wirklich zu wählen.