Wer Warten kann, kann Timing

Am Freitag sollte ich ein Konzept für einen Workshop einreichen.

Am Donnerstag Nachmittag hatte ich immer noch keine Inspiration und keinerlei Zugang zum Thema des Workshops.

Das fühlt sich in mir dann so an, dass ich zum Workshop hinspüre aber keinerlei Bilder oder Ideen bekomme. Alles bleibt irgendwie leer.

DIESES HINSPÜREN IST EINES MEINER WICHTIGSTEN INTERNEN NAVIGATIONSSYSTEME.

Ich weiß durch hinspüren, ob ich zum Beispiel einen Job kriege oder nicht. Ich weiß vorher, ob eine Verabredung stattfindet oder doch kurzfristig abgesagt wird. Ich weiß, wann ich zu Möglichkeiten Ja und wann Nein sagen soll, wann Projekte flowen wann etwas energetisch blockiert ist und man den Kurs korrigieren muss, damit es wieder fließt.

Und an sich – dass will ich hier anmerken – ist dieses Hinspüren nichts kompliziertes. Jeder kann das! Jeder kann wieder in eine präzise Wahrnehmung und Verbindung zur eigenen Intuition kommen und sich auf diese Weise treffsicher und intelligent von ihr führen lassen.

In dieser Kooperation mit meiner Intuition gibt es eine Sache, die ich besonders herausfordernd finde:

DAS WARTEN.

Warten ist in meinem Leben ein absoluter Gamechanger. Wer „richtig“ warten kann, beherrscht die Kunst des Timings. Oder besser gesagt, der bringt sich selbst wieder in Einklang mit dem Timing des eigenen Lebens.

Also zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. The Magic Moments of Life:

Die Idee im richtigen Moment umzusetzen. Gedanken ausreichend reifen zu lassen, Projekten genug Zeit zum Atmen zu geben, anstatt in vorschnellen Aktivismus zu verfallen. Und. Und. Und.

UND EBEN AUCH: DINGE NICHT ZU ERZWINGEN, BEVOR SIE REIF SIND.

Du siehst, wir bewegen uns hier in feinen Abstufungen der Intuition. Denn „richtiges warten“ will von „Aufschieben und Blockaden“ unterschieden werden. Und es braucht letztendlich auch nur etwas Übung, um diese Unterscheidung klar treffen zu können.

Ich bin Donnerstag Abend dann einfach ins Bett gegangen, als ich merkte, dass hier rein gar nichts fließt und habe darauf vertraut und darum gebeten, dass ich am Freitag dann ganz leicht mein Konzept formulieren kann.

So kam es dann auch:

Als ich dann am Freitag noch im Halbschlaf und im „Halb-Unbewussten“ langsam wach wurde, entstand der gesamte Drehplan des Workshops vor meinem inneren Auge:

Die drei Themenschwerpunkte, die passenden Übungen dazu, die Anmoderation (eine Situation, die mir erst in dieser Woche passiert ist und wunderbar alle drei Themen in einer Geschichte vereint und unfassbar anschaulich macht). Halleluja!

ICH BIN DIREKT AUFGESTANDEN, HABE INNERHALB VON 15 MINUTEN DEN DREHPLAN ABGETIPPT UND PER MAIL AN MEINE ANSPRECHPARTNERIN VERSCHICKT.

Was für ein tolles Gefühl. Es war einfach, unfassbar schnell, innerhalb der Deadline, das Konzept ist rund und ich fühle mich so wohl mit dem Drehplan, dass ich mich schon jetzt enorm auf den Workshop freue.

Die Alternative zu WARTEN wäre wahrscheinlich ein stundenlanges Donnerstag-abendliches Grübeln gewesen. Dabei wäre wohl auch irgendwann mit etwas Anstrengung ein Drehplan entstanden. Aus Erfahrung sind das dann diese Drehpläne, die irgendwie nie ganz „Ich“ sind, die sich selbst in der Umsetzung noch fremd anfühlen und auch meine Teilnehmer nicht in dem Maße berühren, wie sie es könnten.

Also alles in allem nur die halbe Miete.

Deswegen liebe ich es so sehr, mit mir selbst in tune zu sein. Alle Ideen von „Anstrengung“ als Motor aufzugeben und wirklich herauszufinden, wie ich „am Besten funktioniere“. Funktionieren im Sinne von „die eigene individuelle Betriebsanleitung zu verstehen und anzuwenden“.

Es ist erstaunlich wie viel Energie und Anstrengung wir aufwenden können, weil wir unseren eigenen Rhythmus nicht kennen oder kein Vertrauen darin haben, wer und wie wir wirklich sind und als Mensch funktionieren.

LASST UNS DEN NARRATIV ZU FUNKTIONIEREN NEU DENKEN. ES GEHT NICHT DARUM, WIE ICH MICH VERÄNDERN MUSS, UM IM GROSSEN GANZEN ZU BESTEHEN.

Sondern darum, ein präzises und umfassendes Verständnis von mir selbst zu gewinnen und diesem Verständnis über meine Funktionsweisen Raum, Priorität und Entfaltung einzuräumen.

Je mehr wir uns in diesem Sinne UNS SELBST ERLAUBEN, desto natürlicher – also einfacher und freudvoller erschaffen wir und desto mehr verstärkt sich die Synergie in unserem Leben, unserer Zusammenarbeit und unserem Wirken.

Richtiges warten ist nur ein Aspekt deiner Betriebsanleitung. Aber einer, dem es unbedingt gilt, Beachtung zu schenken.

Zu spüren, wann der Moment des Absprungs, des Loslassens, des Beginnens und Beendens ist.

Also Happy Waiting,
Happy Executing &
Happy Being Part
Of The Big Magic
Of Life.

*Foto von Leslie Crow and Alexandra Valenti