Verletzliche Wünsche

Okay Freunde. Hier kommt der niedergeschriebene Dialog aus einer Freundinnen-Whats App Gruppe vom letzten Abend. Ich hatte in den vergangenen Tagen so eine leichte innerliche Unzufriedenheit gespürt und wusste nicht so recht, was es war und was es will. Als ich dann am Abend immer mehr die Traurigkeit spürte, beschloss ich einfach, meinen Freundinnen zu schreiben und es einmal auszusprechen.

Und daraus spann sich dieser Dialog, den ich gerne mit Dir teilen mag.

Ich : Ich fühle mich zur Zeit manchmal so alleine, dass ich ganz traurig werde. Meine Mitbewohnerin ist vor ein paar Tagen mit einer Freundin mit dem VW Bus in den Urlaub gefahren und beim winken hätte ich los weinen können, dass sie ohne mich fahren. Habe mich gefühlt, wie ein kleines Kind, dass zu Hause bleiben muss und nicht eingeladen ist. Dass alleine zurückbleibt. Zur Zeit kommt immer wieder dieses existenzielle Gefühl hoch, dass mich keiner wirklich sieht und ich mich noch nicht mal selbst ganz verstehe. Und ich brauche auch gar nichts von Euch oder will es auch nicht ändern aber wollte es einfach mal laut aussprechen und gehört werden  Ich danke Euch fürs zu hören. Kussssssis zu Euch.

🧙‍♀: Kussi zu dir  ich seh dich

Ich: Oh je, das war gut, dass zu sagen. Ich habe in den letzten Tagen immer so eine Unruhe gespürt und wusste nicht, was es war und jetzt fließt es.

Vlt könnt ihr mich einfach so von Euch aus in den Arm nehmen 

🧙‍♀: Wie schön. Ich umarm dich und halte dich und bussl dich.

🧙‍♀: Sie schickt mir ein Bild mit einem dicken Knutschmund von sich.

Ich: Danke  🙂
Oh es tut voll gut. Ich merke in meiner Traurigkeit, wie wichtig es mir ist wirklich auch eine Beziehung und meine eigene Familienbande zu haben. Bisher bin ich da emotional nie richtig drangekommen und in der Traurigkeit merke ich gerade, wie wichtig es mir aber wirklich ist. Und das fühlt sich ganz arg schön an 

🧙‍♀: Das ist so schön Madi 
Madifamilienbande 🙏🧡😍

🦸‍♀: Knutschefoto von der anderen Freundin.

🦸‍♀: Yes Madi, wie schön! Was für ein Geschenk! Es geht nicht um die Trauer an sich, sie hat nur als Kontrast gedient diesen Herzenswunsch an die Oberfläche zu spülen. Du bist vollkommen, Schatzi. Du musst nichts an dir jetzt heilen. Nur diesen Wunsch zulassen und im Herzen halten. Mal ein Bild davon. Das funktioniert für Dich so gut. Ich liebe Dich. Im Juli kannst Du ganz in unsere Familienbande einsteigen.

Ich: Jaaa, da tauche ich sehr gerne ein!

Ja, wie spannend oder. Die Traurigkeit hat meine Sehnsucht hervorgebracht. So schön.

Ich habe neulich schon ein erstes Bild dafür gefunden. In einer Zeitschrift. Und ich dachte, das bin ja ich. (Bild siehe Anhang)

🦸‍♀: So unglaublich wunderschön!

🧙‍♀: Ja! Unglaublich schön

🦸‍♀: Und Du dachtest schon mit Dir sei was nicht in Ordnung und keiner sieht Dich und Du verstehst Dich nicht. Aber das stimmt gar nicht. Du hattest nur einen Aspekt von Dir nicht gesehen und jetzt ist er so klar da. Das ist so wunderschön.

Ich: Ja! Und wenn man einfach fühlt, kommt Klarheit ans Licht.

🦸‍♀: Ja und wenn man gut zuhört, so wie Du. 🧡

🦸‍♀: Das sieht aus wie Du 🤩😍 und du wolltest doch die Latzhose diesen Sommer!!!

🧙‍♀: Und keine Geschichten macht

🦸‍♀: Ja!
🧙‍♀: Ja 🧡
Ich: Ja

Ich: 😍😭😍😭🥰
Ich könnte heulen… äh halt ich heule!

🧙‍♀: Ich ausnahmsweise nicht 😅
🦸‍♀: Hahahaha

🧙‍♀: Ihr zwei  ich lieb euch so

Ich: Ich euch auch!
Danke 

🦸‍♀: Ich euch auch!
DAS hier ist SO heilsam. Wir drei. Unglaublich. Was für ein Geschenk immer wieder.

Ich: 🥰🦋

🧙‍♀: A B S O L U T 🤸💃🙌💪😍

🦸‍♀: Was wir uns an Therapiekosten sparen!! 🤣🤣🤣🤣

Ich: 😂😂😂

🧙‍♀: Hahaha ja
Und wie viel Zeit… 😂

🦸‍♀🤩🤩🤩🤩

Ich: mega effektiv

🦸‍♀: Jaaaaa!

🦸‍♀: Gute Nacht 🙌🙏🧡

Ich: Gute Nacht

🦸‍♀: Danke für uns!

Ich: 

🧙‍♀: Gute Nacht 😽

Ich habe irgendwann letzten Sommer gemerkt, dass ich mich in Punkto Beziehungen eigentlich noch nie habe richtig träumen lassen und irgendwie emotional zu meinen Wünschen überhaupt keinen Zugang habe. Ich konnte Ziele vom Kopf her ausdrücken, aber dann war da immer sofort dieser unangenehme Schambrei drum herum und ich habe mich schleunigst wieder entfernt. Und es waren auch mehr so rationale logische Ego-Wünsche, die eigentlich immer aus dem Misstrauen heraus geboren wurden, dass die Wünscherei in Sachen Beziehungen für mich eh nicht für klappen werden.

Diese Zeilen zu schreiben und mir diesen Wunsch einzugestehen fühlt sich sehr verletzlich an. Vielleicht ist das für Dich nachvollziehbar. Vielleicht in diesem Thema vielleicht in einem anderen.

Ich weiß, dass meine Wünsche – oft in Turbo Geschwindigkeit und oftmals besser als ich sie mir hätte ausmalen können – in Erfüllung gehen. Und irgendwie habe ich mich an dieses Thema für mich noch nie 100% verletzlich und inspiriert herangetraut.

Gestern Abend hat mir die Traurigkeit gezeigt, dass sie sich meldet, wenn ich mir meine Wünsche nicht erlaube. Ich bin raus aus der Geschichte und rein in den Wunsch. Was für ein simpler Wandel und wie viel Mut er manchmal braucht.

Brene Brown hat neulich gesagt, wenn sie sich entscheiden müsste, zwischen Selbstbewusstsein und Verletzlichkeit, dann würde sie mittlerweile immer wieder die Verletzlichkeit wählen.

Ich danke Dir, dass Du mich auf meiner Reise begleitest und siehst.