Wer fühlt, verändert

Mir wird in den letzten Tagen bewusst, wie wenig ich für mich empfinde, wenn es mir nicht gut geht.

Wie ich dann keine List auf mich habe und gerne die Verabredung wieder absagen mag. Können wir uns nächste Woche wieder sehen? Wenn es Dir besser geht?

Wie viel Entwertung und Verachtung sich in mir abspielt, wenn ich einen schlechten Tag habe, wenn ich mich unsicher fühle, wenn ich mich für etwas schäme, wenn ich Angst bekomme, wenn sich ein altes Thema zeigt und ich in meinen Gefühlen gefangen bin.

Entwertung, Angst, Scham und ihre Kollegen sind so kraftvoll weil sie sich immer selbst bestätigen. Wir haben Angst vor der Angst. Wir schämen und, uns zu schämen. Wir entwerten uns dafür, uns zu entwerten. wir sind unsicher darüber, dass wir uns in einer Situation unsicher fühlen.

Und so weiter.

Geschlossene Kreisläufe, die sich immer wieder selbst neu erschaffen.

🎡

ICH UNTERBRECHE HEUTE DIESEN KREISLAUF IN SACHEN ENTWERTUNG FÜR MICH.

Und morgen wieder.
Und übermorgen.
Ich unterbreche mich darin, gerne jeden Tag aufs Neue.
Liebevoll und bestimmt schlage ich eine neu Richtung ein.

Die letzen Tage war ich drunter und drüber in mir. Nein, eigentlich die ganze letzte Woche. Ich fühlte mich unwohl in mir selbst und wusste nicht wo es her kommt, was es will und wieso es so lange bleibt. Dieses Gefühl des Unwohlseins in mir selbst.

Und mir ist sooo bewusst geworden, gerade in den letzten Tagen, wie schwer es mir fällt, damit präsent zu sein, gerade in diesen Momenten für mich da zu sein, gerade in diesen Gefühlen Gutes für mich zu tun und nicht in halb-bewusste Bewertungen zu verfallen darüber, dass ich mich nicht so fühlen sollte, wie ich mich gerade fühle.

Und mit diesem Post unterbreche ich das Entwertungsmuster und nehme mich mit in einen ganz neuen Kontext:

ICH ERSCHLIEßE MIR GERADE EIN NEUES LEVEL AN WAHRER AKZEPTANZ & ZUWENDUNG.

Anstatt: Oh man Madi, nach so vielen Jahren inneren Wachstums, machst DU das immer noch?!?

Dieses Thema fühlt sich so basic an. So grundlegend. Wieder eine Sache für die ich mich entwerten könnte.

Doch sich erst einmal auf den rohen Grund vorgearbeitet zu haben, dafür habe ich viel gegeben. So viel Commitment und Hingabe.

Unten anzukommen, am Boden der nackten Wahrheit – this takes strength and a fierce and bold love!

Ich merke, wie es mir schwer fällt, das wirklich anzunehmen. ich fühle mich gerade wie ein kleines verschmitzes Kind. Was ich? So cool? Und so tough? Und großartig?

Ok, ich lasse es mal an mich ran!

☺️

Die Sache mit der Weiterentwicklung ist die: Wenn wir nie fertig sind, sind wir auch nie falsch. (Oder auch richtig… in diesem Kontext wird deutlich, wie unpassend dieses ganze Gedankensystem für das Thema Leben ist!) Hier gilt: Das Glas ist entweder leer oder es ist ständig am überlaufen, weil es sich selbst nicht fassen kann.

Wir sind schon wieder gewachsen. Schon wieder mehr. Schon wieder neu. Immer in Bewegung.

Ich setze auf mein Glas heute einen Springbrunnen – als Ausdruck meines ständigen über mich Hinauswachsens in einer so spielerischen Art und Weise. Blubber, Sprudel, Quietsch.

⛲️

Dazu passend habe ich gemerkt, wie mein Verstand blitzschnell, wenn ich etwas Neues entdecke oder erkenne, das Alte klein und nichtig macht. Und ich rede hier nicht von bewusst ablaufenden Gedankengängen. Vielmehr spüre ich noch den bitteren Nachgeschmack dieser Gedanken in meinem Wohlbefinden.

So nach dem Motto: Ah, jetzt habe ich es wirklich verstanden. Wie bekloppt war ich denn dann letzte Woche!

Verstehen ist allerdings kein linearer Prozess. Wenn es einer bestimmten Form folgt, dann eventuell noch der Spirale – aber selbst da bin ich mir nicht mehr sicher.

Deswegen macht entwerten auch rein logisch betrachtet, keinerlei Sinn. Außer dem mich da zu halten, wo ich bin. Die Bewegung einzudämmen und das Fortschreiten zu stoppen.

⛔️💥

Puh, ich merke, wie ich mich selbst beim Schreiben, immer wieder selbst liebevoll am Kragen packen darf: Hey Liebste, wir fühlen Deinen Ärger über all das. Und Deine Hast am Liebsten davor wegzulaufen. Doch bedenke, was Du eh schon weißt: Der Weg hinaus für Dich ist der Weg hinein.

Schnapp Dir Deine neue Freundin, die Güte,

Sieh Dich in Güte und begegne Dir in wahrer Akzeptanz. Wende Dich Dir selbst zu mit all der Aufmerksamkeit und Zuwendung, die Du in Dir trägst.

Und da ist enorm viel, Liebes. Spürst Du das? Diese Sanftheit? Spürst Du, wie sie Dich entspannen lässt, wie sie Dich ruhig werden lässt, wie sie Dich wirklich fühlen lässt?

Und spürst Du, wie in dieser Entspannung mit dem Unangenehmen neue Wege entstehen?

Die Lösung liegt im Paradox.

🐉🐥

ICH ERSCHLIEßE MIR GERADE EIN NEUES LEVEL AN WAHRER AKZEPTANZ & ZUWENDUNG.

Das ist groß!

Fühl es Madlen. Fühl es. Fühl Dich darin. Fühl wie groß und wunderbar Du bist, dass Du Dir das ermöglichst.

Akzeptanz ist nichts, was man tun kann. Es ist keine Methode. Akzeptanz ist auch nicht einfach Ja sagen und Hinnehmen.

Akzeptanz in seiner “wahren” Form ist das Gegenteil von Ignoranz. Es bedeutet hinschauen. Es ist die Fähigkeit, dem Unangenehmen und dem Schmerz direkt in die Augen zu schauen.

Ignoranz macht taub und lähmt. Akzeptanz konfrontiert und bringt ans Licht.

Und das ist es, was wir brauchen, in unserer Welt. Hinschauen und fühlen bis zum Grund. Wer tief fühlt, wird Veränderung initiieren und umsetzen.
Es geht nicht anders.

Nur solange wir taub sind,
bleibt alles beim alten.

Erst wer fühlt, kann verändern.