Coaching – Lifestyle oder Wirksamkeit

Wir sind ja mittlerweile alle äußerst mindful, gehen zum Yoga, essen Chia Samen und denken positiv.

Doch wozu?

Wir hängen uns einen motivierenden Spruch neben den Badezimmer-Spiegel, lesen die Flow und meditieren ab und an.

Doch wozu?

Wir hören einen Podcast, lesen ein spirituelles Buch oder einen Blogtext, haben eine Erkenntnis, erzählen all unseren Freunden davon und schreiben darüber in unser Tagebuch.

Doch was dann? Wozu?

Achtsamkeit ist ein Segen, dadurch kann ich Sorgen und Stress loslassen, mehr im Moment sein und bei mir ankommen.

Yoga ist so unfassbar gut für mein Körpergefühl und mein Wohlbefinden und einfach ein Luxus, den ich mir und meinem Körper immer wieder schenke.

Wenn ich ein Problem habe oder vor einer Herausforderung stehe, checke ich als erstes mal meine Gedanken, wandle die, die hinderlich sind und finde eine Lösung – in mir!

Mein Leben wird dadurch so viel leichter, bunter und erfüllter. Wie habe ich es je nur ohne geschafft?

Gleichzeitig passiert auch das:

Achtsam sein ist ein MUSS. Wirklich, wer in dieser gestressten Welt mithalten will, sollte sich dringend mal in Sachen Achtsamkeit weiterbilden. Denn wir wollen ja alle ganz nach oben und immer besser werden. Ich sage es Dir: Achtsamkeit ist DER Weg. Damit wirst du High Performer und die beste (!) Version von Dir. Alles andere ist doch nur Verschwendung Deines Potentials.

Yoga mache ich für ein besseres Körpergefühl. Wenn ich erst mal so aussehe, wie die Yoga-Ladies auf Instagram, dann wird sich das sicher bewahrheiten, dass ich meinen Körper wieder lieben kann. Ich freue mich schon, wenn es so weit ist. Dann ziehe ich auch mal mein T-Shirt so sexy hoch und poste ein Bild von meinem Stahlbauch. Denn Leute, das ist Selbstliebe! Man muss halt auch erst mal dahin kommen, dass man sich selbst lieben kann. #workworkworkworkwork

Das wichtige in jeder Situation sind Deine Gedanken, Dein Mindset! Wenn Du mal nicht weiterkommst, dann bist Du das Problem! Ich nutze ja Coaching und persönliche Weiterentwicklung, damit ich noch perfekter werde. Es geht ja vor allem darum, die perfekten Gedanken zu haben. Denn perfekte Gedanken erschaffen ein perfektes Leben. Coaching ist meine Art der Selbstoptimierung. Es ist bisher die effektivste und perfekteste Form von Selbstoptimierung, die ich gefunden habe.

Dass ich mich selbst optimiere, ist mir natürlich nicht wirklich bewusst. Ehrlich gesagt, bin ich dazu auch viel zu busy, gerade habe ich z. B. dieses Achtsamkeitsmandala ausgemalt, ist das nicht das schönste Mandala geworden, dass Du je gesehen hast? Oh Mist, nur hier bin ich einmal über die Linie drüber raus. Scheiße. Naja, ich schmeiß es einfach weg und fang noch mal neu an. So lang eben, bis es perfekt ist.

Vielleicht fragst Du Dich manchmal, wieso bei all dem Podcast hören und positiv denken, Bücher und Blogs lesen sowie Seminare besuchen noch nicht mehr passiert ist? Vielleicht fragst du Dich manchmal, wo all die gute Energie hin ist, die Du dadurch schon erlebt und erfahren hast? Und vielleicht fragst Du Dich manchmal, warum Du nicht den nächsten Schritt machst obwohl Du doch all Deine hinderlichen Gedanken und Ängste zur genüge kennst und bearbeitet hast.

Ich sage Dir jetzt, wann persönliche Weiterentwicklung, alle Achtsamkeits-Tools und Therapie-Sitzungen nichts bringen. Sie bringen genau dann nichts, wenn Du sie nutzt, um damit Dein altes System zu füttern.

Wenn eine Coachingübung z. B. nur neuen Stoff für Deine Selbstoptimierung liefern soll, dann bleibst Du in Deinem alten Gefängnis sitzen. Wie kann ich durch Coaching noch perfekter werden? Noch besser? Noch leistungsstärker? Noch krasser? Dann ist Deine Absicht nicht Veränderung, sondern Dein Optimierungs-Spiel weiterzutreiben. Dann kann Coaching Dir nicht helfen, es kann höchstens das Ausbrennen hinauszögern.

Wenn Du auf ein Seminar gehst, um Dich dort ein wenig besser zu fühlen, mit toller Energie aufzutanken und für diesen einen Tag etwas inspiriert zu sein, dann wird sich keine nachhaltige Veränderung einstellen. Vielleicht ergatterst Du noch ein Foto mit dem Referenten und dann kannst Du es für ein paar Wochen Deinen Freunden zegen und ihnen erzählen, wie großartig die Energie da auf diesem Seminar war. Doch verändern wird sich auf lange Sicht nichts.

Deine Absicht für das Seminar war dann eher Entertainment und kurzfristige Glücksgefühle. Und genau das bekommst Du dann auch.

Wir nutzen ein Tool, wie z. B. Coaching, dazu unser System weiter auszuschlachten, anstatt es zu verlassen. Das macht mich oft betroffen. Im Coaching liegt die Kraft, unsere Systeme (wie z. B. das, der Perfektion oder das, des immer höher weiter besser und doch nie gut genug) ganz zu verlassen. Doch wir sind oft so unbewusst und dadurch so in Ihnen gefangen, dass wir nichts weiter tun, als diese Systeme mit unterschiedlichen Methoden zu füttern. Dann ist Coaching auf einmal keine Befreiung, sondern ein weiteres Mittel zur Selbstoptimierung. Oh man!

Ich möchte heute einen Gedanken mit Dir teilen, der Dir ungemein helfen kann, Coaching & Co. nicht nur als Lifestyle zu adaptieren, sondern wirklich wirksam damit zu sein. Wirksam in dem Sinne, dass ein Podcast nicht nur 30 Minuten schöne Gefühle macht, sondern nachhaltig einen Unterschied in Deinem Leben. Wirksam in dem Sinne, dass Coaching (ein Seminar, eine Yogastunde, Achtsamkeit und und und) wirklich Dein Leben verändern kann. Wirksam auch in dem Sinne, dass Du Dich nicht konstant mit Input berieseln lassen musst, um Deine Frequenz hoch zu halten.

Ich möchte Dich mit diesem Gedanken anregen, Dich selbst noch mehr zu begreifen und zu untersuchen, mit welcher Absicht Du Dich mit Deiner persönlichen Entwicklung auseinandersetzt.

Ich möchte, dass Du anstatt immer wieder das selbe Mandala mit verschiedenen Farben auszumalen, ein ganz neues für Dich entwirfst. Wer weiß, vielleicht nimmst Du auch lieber das Blatt Papier und bastelst einen Papierflieger daraus. Alles ist offen.

Mein Gedanke ist simpel: Kenne Deine Absicht

Wofür hörst Du diesen Podcast? Wozu liest Du dieses Buch? Wofür machst Du diesen Kurs? Wozu gehst Du zum Yoga? Wofür praktizierst Du Meditation? Wofür und Wozu?

Für welchen Zweck und für welche Absicht? Für die nachhaltige Veränderung oder ein kurzfristiges Glücksgefühl? Für dauerhafte Transformation oder um Dich einfach mal ein wenig besser zu fühlen?

Wofür?

Wozu?

Wisse, das jede Wahl gut ist. Und ich bin nicht hier, um Dir zu sagen, was Du zu tun hast oder was richtig und was falsch ist. Ich möchte Dich lediglich darauf aufmerksam machen, dass wenn eine bestimmte Veränderung in Deinem Leben ausbleibt oder Du denkst, da muss doch irgendwie noch mehr gehen, kann es sein, dass Deine Absicht zu kurzfristig war.

Dann ging es Dir nicht um die Veränderung, sondern um etwas anderes. Überprüfe also Deine Absicht:

Wofür?

Wozu?

Ich nehme gerade selbst an einem Online-Kurs teil und in der letzten Sitzung wurden wir gefragt, wer die Hausaufgaben gemacht hat. Ich habe es echt etwas schleifen lassen – viele andere auch. Es waren an sich einfache Übungen, die man immer wieder in seinen Alltag einfließen lassen kann. Aber gemacht habe ich sie trotzdem nicht.

Unser Teacher sagte mit größter Güte: Wenn Du hier bist für die nachhaltige Veränderung, dann schaltest Du Dich eigentlich nur zu den Sitzungen ein, um zu erfahren, was die Hausaufgaben sind. Damit Du weiter üben kannst.

Wenn Du hier bist, weil Du einfach in meiner Präsenz abhängen willst und eine gute Zeit haben willst, während wir zusammen sind, dann machst Du die Hausaufgaben nicht. Dann bist Du nur für die Sitzungen da. Das ist dann aber auch alles, was du kriegst.

Du bekommst ein kurzes Hochgefühl, was an das Stattfinden dieser Sitzungen gebunden ist anstatt den Zugang zu unendlicher Freude zu entdecken. Diesen Zugang findest Du nur durch Dein Üben. Durch das machen der Hausaufgaben.

Wie ihr Euch denken könnt, mach ich seit letzter Woche sehr gewissenhaft mit meinen Hausaufgaben. Ich war sehr dankbar für diese gütige Klarheit. Und ich merke schon jetzt die Veränderung, die sich auf einmal viel müheloser einstellt. Einfach nur, durch das üben.

Ich lade Dich also heute ein, ab sofort vor jedem Buch, jedem Podcast, jedem Kurs und jedem Blogtext eine Minute mit der Frage zu sein, Wofür Du das liest, Wozu Du das machst, welcher Absicht es dienen soll.

Mache diese Übung einen Tag oder eine Woche ganz intensiv. Entscheide selbst, wie viel Du üben willst. Du kannst Dir diese Frage natürlich in allen möglichen Lebenslagen stellen. Schau hin, wann Dir die Frage dient, was Du dadurch über Dich selbst erfahren kannst und wähle immer die höchste Absicht für Dich.

Vernachlässige für Deinen gewählten Zeitraum die kurzfristige Unterhaltung für den langfristigen Wandel – und Du wirst es lieben lernen.

Juhu, Hausaufgabe. Vielleicht auch eine ganz neue Erfahrung. Für mich war es das! Und ob Du es wusstest oder nicht, für diese Hausaufgaben hast Du gerade den Blogtext gelesen J.

Nächste Woche, komme also wieder auf diesen Blog, um zu erfahren, was Du als nächstes trainieren darfst.

Eins noch: Wenn Du Flugzeuge basteln willst, höre auf Mandalas auszumalen. Und dann übe. Mache Deine Hausaufgaben und übe. Werde ein meisterschaftlicher Schüler. Ein Meister, der übt.

Bis nächste Woche

Madlen

P. S. Ich begleite Dich sehr gerne durch 1-zu-1 Coaching beim Aussteigen aus hinderlichen Denk-Systemen und beim Gestalten und Umsetzen Deiner Herzenswünsche in diesem Leben. In diesem Prozess durch Coaching gestützt zu sein ist eine sehr kraftvolle Erfahrung. Bei Interesse schreibe mir eine Nachricht und wir vereinbaren ein kostenloses Erstgespräch <3