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Wie finde ich mehr Zeit für mich

Wie findet man eigentlich mehr Zeit für sich?

Kennst Du das Gefühl, dass Du in Deinem Leben unterzugehen scheinst? Du rennst von Termin zu Termin und kümmerst Dich um alle und alles um Dich herum?

Du scheinst einer riesen Maschinerie ausgeliefert, die am Laufen gehalten werden will.

Und Du schmierst und schmierst und schmierst das Getriebe. Montag bis Freitag. Manche von uns auch am Wochenende.

Und dann auf einmal schleicht sich eine Frage durch die Räder und Schrauben des Getriebes und bahnt sich seinen Weg durch die ölige Luft:

WAS IST EIGENTLICH MIT MIR?

Du scheinst in Deinem Leben nicht vorzukommen. Oder zumindest nicht in dem Ausmaß, wie Du Dir das wünschst. Immer wieder tauchen da Dinge auf, die wichtiger sind – als Du.

Wenn Du das kennst – im Überfluss oder auch nur in Bezug auf ganz bestimmte Situationen, dann ist dieser Text für Dich! Und ich muss Dich direkt vorwarnen. Ich werde Dir leider gleich am Anfang das wegnehmen, was Dich hat weiterlesen lassen: Die Befürchtung oder Überzeugung, dass in Deinem Leben kein Platz für Dich ist. Es tut mir Leid, aber es geht nicht anders.

In diesem Sinne tut es mir auch schon nicht mehr ganz so sehr leid. Um ehrlich zu sein, würde ich Dir am allerliebsten all diese Überzeugungen klauen: Dass in der Welt, in Deinem Beruf, in Deiner Familie, in Deinem Alltag… kein Platz für Dich ist. Alle zusammen. Alle auf einmal.

Denn das Ding ist, so lange Du dem Glauben aufsitzt, dass überhaupt die Möglichkeit besteht, irgendetwas in Deinem Leben nicht für Dich tun zu können, bist Du gefangen. Und kommst da nicht raus.

In diesem Lebensentwurf musst Du Dich von äußeren Umständen befreien, denen Du Dich zuvor (vielleicht unbewusst) unterworfen hast. In diesem Zusammenhang steckt die Ironie des menschlichen Lebens. Du bist nicht bewusst darüber, wofür Du Dich alles entscheidest und am Ende denkst Du, Du selbst würdest zu kurz kommen.

In Deiner Wahrnehmung lebst Du für andere. Nicht wissend, dass das an sich gar nicht möglich ist.

Natürlich ist es möglich in der Wahrnehmung zu leben, dass Du für andere (oder allgemein ausgedrückt für irgendetwas außerhalb von Dir) lebst – unfreiwillig. Doch die Wahrnehmung ist oft trügerisch.

Und es ist genauso möglich, Dein Leben – ganz bewusst – in den Dienst anderer zu stellen. Doch davon spreche ich hier nicht. Ich spreche von dem subtilen Gefühl in Dir, dass Du den anderen in irgendeiner Form ausgeliefert bist, dass Du nicht ganz frei bist. Das Du keine Wahl hast und Dich unfreiwillig in Abhängigkeiten befindest.

Am Ende des Tages, war da zu wenig für Dich und zu viel für die anderen.

Also, wie zerstören wir jetzt am Besten dieses fiese Gedankenkonstrukt? Vielleicht damit zu schauen, warum wir es überhaupt zerstören sollten.

Ja, denn das ist ganz leicht. Leicht und einleuchtend.

Solange Du glaubst, dass Du etwas einzig und allein für andere tust und ihnen in dieser Weise ausgeliefert bist, bist Du gefangen. Du kannst es drehen und wenden, Du kommst da nicht raus. Du sitzt hinter Gittern und den Schlüssel für die Tür, halten die anderen in der Hand.

Vielleicht geben sie mir den Schlüssel zurück, wenn ich noch ein bißchen mehr mache? Wenn ich ganz nett bin? Wenn ich es noch einmal – nur dieses eine mal – für sie mache? Vielleicht dann?

NEIN, das klappt nicht. Denn sie haben den Schlüssel gar nicht. Sie hatten ihn auch noch nie. Doch es hat ihnen und Dir gedient, daran zu glauben. Sonst hättet ihr es nicht so lange gemacht. Das ist die erste Idee, die Dich aus Deinem selbstgebauten Gefängnis holt:

Alles, was bis heute passiert ist, hat Dir und allen weiteren Beteiligten zu gleichen Teilen gedient. Es war die ideale Lösung. Bis heute.

Willst Du aus Deinen „Zeit-Abhängigkeiten“ ausbrechen, beginne ihnen zuzustimmen. Beginne zu erkennen, dass Du nicht das Opfer Deiner Umstände bist, sondern dass Dir alles (und vor allem eben auch Deine Umstände rund um das Thema Zeit) bis heute gedient haben. Sie erfüllen einen Zweck. Für Dich. Und für die anderen. Für alle. Es gibt keine Schuld. Alles ist ausgeglichen. Immer.

Das mag jetzt vielleicht ein großer Schritt sein. Diese Zustimmung zu kultivieren und zu erkennen, dass auch Du einen Gewinn hattest. Dass Du in irgendeiner Weise von den „Zeit-Abhängigkeiten“ profitiert hast. Dass sie Dir in irgendeiner Weise dienen. Ich ermutige Dich: Gehe den Schritt. Gehe ihn immer wieder. Solange bis sich in Dir Frieden einstellt.

Wandel geschieht immer dann, wenn Du eine neue Perspektive einnimmst und Dich selbst aus Meinungen und Überzeugungen entlässt, die zu eng waren. Wenn Du Meinungen und Überzeugungen in Erwägung ziehst und ausprobierst, die Dich Frieden spüren lassen und Dich wieder in Deine Kraft bringen.

Wenn Du ganz grundlegend die Meinung und Überzeugung aufgibst, ein Opfer zu sein und Dich als Gestalter und Mitwirkender ansiehst, wirst Du frei, befreist Du Dich selbst. Bringst Dich zurück in Deine Kraft und erschaffst Frieden in Deinem Inneren.

Simsalabim. Suchst Du nach dem 1-Schritt-Plan für innere Zufriedenheit. Das wäre er!

 

Um Dich komplett zu befreien und den Schlüssel für Deine selbstgebaute Tür zu finden, gehen wir jetzt noch ein wenig weiter. Werden ganz konkret und erkennen, wie wir uns gefangen halten.

Wer in seine ganze Kraft eintauchen will, muss beginnen, sie sich bewusst zu machen – und zwar vor allem in den Situationen, in denen wir uns schwach und ausgeliefert fühlen.

Wir müssen beginnen, unsere Kraft wieder einzusammeln. Wie machen wir das? In dem wir erkennen, dass uns unsere Kraft nie verlassen hat. In dem wir erkennen, dass wir Zeit gar nicht nicht für uns verwenden können. In dem wir verstehen, was uns da genau so wichtig ist, dass wir unsere Zeit in es hineinstecken, in dem Glauben, dass wir das eigentlich nicht wollen.

In Kurzform: Du entscheidest, wofür Du Deine Zeit aufwendest. Bewusst oder Unbewusst. Du hast noch nie eine Minute in etwas gesteckt, dass Dir nicht wichtig war. Lass uns herausfinden, wohin Deine Zeit fließt? Wo hinein? Und was Dir an diesen Dingen wichtig ist!

Dann kanst Du nämlich eins wieder machen: Du kannst wählen. Will ich weiterhin – aber jetzt ganz bewusst – meine Zeit darin investieren?

ODER NICHT. Und es deswegen aufhören. Stoppen. Loslassen. Gehen lassen. Tschüss sagen.

Erkenne den Gewinn, hinter jedem Deiner „Zeitfresser“.

Erkenne die Absicht, mit der Du jeder Aufgabe nachgehst.

Erkenne den Zweck, dem jeder „Zeitfresser“ dient.

Erkenne, was Dir Deine „Zeitfresser“ ermöglichen.

Was Du durch sie vermeiden kannst.

Wofür sie in Deinem Leben sind.

Schaue genau hin: Was fällt in Deinem Leben hinten runter, weil Dir andere Dinge einfach wichtiger sind. Dann wähle neu:

Wähle das Alte. In vollem Bewusstsein. Nicht mehr als Opfer, sondern als Gestalter. Wähle es noch einmal ganz bewusst in Dein Leben. Mache es als Ausdruck Deiner freien Wahl.

Oder wähle etwas Neues. Wähle dafür etwas Altes ab. Mach Platz für das neue. Entscheide Dich bewusst für das Neue. Danke dem Alten. Erkenne den Zweck, dem es gedient hat. Lasse es in Dankbarkeit gehen.

Egal welche Wahl Du triffst, wähle bewusst und aus der Fülle.

Alles, was bisher war und jetzt nicht mehr sein soll, war ein elementarer Bestandteil auf dem Weg in dieses Neue.  Vielleicht war die Erfahrung, es nicht zu haben ein Katalysator, vielleicht sogar der schnellste Weg, dies zu erkennen und es in Dein Leben einzuladen.

Alles, was bisher war und weiterhin sein soll, erscheint in neuem Gewand. Ist keine Last mehr, sondern eine freie Wahl. Ist keine Abhängigkeit mehr, sondern ein Privileg. Ist kein Muss mehr, sondern ein Darf.

Nach und nach sammelst Du alle losen Enden ein und wählst neu. Wählst sie herein oder hinaus. Heißt sie willkommen oder lässt sie gehen.

Fülle so weit das Auge reicht.

Du mutige Seele. Wählst weise. Wählst neu.

Love

Madlen