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Meine Geschichte Teil 1 – Wenn das einer rauskriegt

Ich schaue ein Eiskunstlauf-Video, das jemand auf Facebook gepostet hat. Es rührt mich. Diese Schönheit, diese Anmut. Wie viel Arbeit das gekostet hat. Nicht nur die Skills, das ist sicher schwierig und doch erlernbar.

Wie viel Commitment sie wohl in ihre Beziehung, das gegenseitige Vertrauen und sich selbst gesteckt haben. Deswegen rührt es mich. Sich in dieser Weise auszudrücken hatte mehr Priorität als alles andere, denke ich mir.

Das ist Hingabe.

Das ist das Ergebnis, wenn man immer weiter geht. Wenn man sich nicht aufhalten lässt. Darum geht es in irgendeiner Weise auch mir. Heute und Immer. Und heute in diesem Text.

Ganz im ernst. Ich bin es leid. Es langweilt mich, alles rund um die Angst, alles rund um die Umstände, alles rund um die Geschichten warum dies und das nicht. So viel unnötiger Lärm.

Es langweilt mich mittlerweile so sehr, dass letzte Woche auf einmal alles still war. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Alles was übrig blieb war innerer Frieden und die Gewissheit was zu tun ist.

Hier ist das erste Ergebnis davon. Diese Woche und die kommenden drei weiteren teile ich vier Schätze aus meinem Leben. Vier Einblicke möchte ich mit Dir teilen. Von Herz zu Herz. Es ist heilig. Also lies nur weiter, wenn Du bereit dafür bist. Lies jedes Wort, als wäre es ein Heiligtum. Denn das ist es. Lass es an Dich ran. Erkenne Dich in meinen Worten und wach auf.

Ich war mal 18. Das ist jetzt 10 Jahre her.

Damals war meine größte Sorge, dass jemand rausbekommt, das mit mir etwas nicht stimmt. Diese kühne These war für mich ganz offensichtlich in vielen Dingen begründet. Z. B. darin, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nie einen festen Freund gehabt habe. Aus der heutigen Zeit kann man darüber schmunzeln, in der Situation selbst war es ernst. Sehr ernst.

In meiner Wahrnehmung hatten nämlich alle „bedeutenden Personen“ in meinem Umfeld einen Freund oder zumindest irgendetwas mit einem ganz tollen Typ!

Ich hatte auch was: Schiss! Ich konnte Männern noch nicht mal länger als einen flüchtigen Moment in die Augen gucken. Habe Alkohol genutzt, um irgendeine Form der Nähe in dieser Hinsicht zuzulassen und selbst dann nahm ich am Ende meist doch lieber reißaus, wenn mich jemand gut fand und es auf einmal drohte nah zu werden.

Dass ich Angst vor Nähe hatte, war nicht das Problem. Aus der heutigen Sicht würde ich meinem früheren ich gerne zuflüstern, dass ich mir so viel Zeit nehmen soll, wie ich will, dass alles gut ist und dass es dem Großteil der Leute um mich rum in irgendeiner Form genauso geht wie mir.

Das eigentliche Problem war, dass ich dieses Innenleben, meine Gefühle, Ängste und Gedanken UM JEDEN PREIS für mich behalten musste.

Es war meine Überlebens-Regel Nr. 1. Denn ich war mir in einem sicher. So wie ich bin, bin ich irgendwie nicht ganz richtig und nicht wirklich erwünscht. Die Lösung in diesem Spiel lag auf der Hand: Mach Dich unsichtbar, flieg unter dem Radar und pass Dich an. Und Nähe? Ja, Nähe war die größte Gefahr von allen. Denn wer nah kommt, könnte ja einen Blick auf mein wahres Selbst erhaschen. Und was dann?

Die einzige, der ich damals alles anvertraut habe war mein Tagebuch. Von ihr wusste ich, was zu erwarten war: Stille, Schweigen und Akzeptanz. Das schien sicher. (Wobei sich auch diese Annahme glücklicherweise noch als Irrtum herausstellen sollte!)

Dieser Verschwiegenheits-Mechanismus hat es in sich. Er kann aus der kleinsten Mücke einen Elefanten machen. Aus einem unscheinbaren Moment einen nicht enden wollenden Kreislauf und ein in sich geschlossenes System. Aus Angst aufzufliegen lasse ich niemanden an mich ran und die Tatsache, dass dann niemand an mich rankommt nehme ich zum Anlass, mich noch mehr zurückzuziehen.

Verschwiegenheit ist das, was Dich Dein Leben kostet. So das ist jetzt ultra heilig: Was auch immer Du verbergen willst oder glaubst verbergen zu müssen, das wird Dein Leben bestimmen! Es hat Dich jetzt schon im Schwitzkasten! Wenn Du Dich davon befreien möchtest, dann beginne darüber zu sprechen und zwar (UND DAS IST JETZT WICHTIG!!!) in einem für Dich sicheren Rahmen.

Ein sicherer Rahmen kann dein Partner, ein Elternteil, ein Freund, Mentor, Therapeut, Coach, Heiler, ein Seminar, ein Retreat etc. sein. Ein Ort wo Du sicher bist, gehalten, geführt. Dann geschieht Heilung. Vielleicht kennst Du Deinen schon. Vielleicht darf er Dich noch finden.

Mein sicherer Ort zeigte sich in der Form eines Trainings.

Zum 18. Geburtstag machten mir meine Eltern ein eher ungewöhnliches Geschenk. Sie sagten, dass sie mir gerne ein Training zur persönlichen Weiterentwicklung schenken wollen, wenn ich das möchte.

Ich wusste ganz grob (ganz ganz grob) worum es geht. Ich hatte eher eine Ahnung. Meine Mama (und nach ihr mein Papa) hatten das Training selbst einmal gemacht und dadurch eine tiefgreifende Veränderung in unserer Familie bewirkt (Sidenote an meine Eltern, die mir immer so schöne Rückmeldungen auf meine Blogtexte schreiben: DANKE für ALLES. Ich liebe Euch!).

In der damaligen Situation war meine erste Reaktion auf das Angebot mit dem Training allerdings diese: Widerstand!

Alle Verteidigungsmechanismen in mir sprangen an. Oh shit. Wenn einer rauskriegt, dass mit mir was nicht stimmt, dann bestimmt diese Coaching-Menschen ☺. Also hab ich erst mal (sicher ganz cool) dankend abgelehnt.

Nachdem ich das Thema so etwas aufgeschoben hatte, war ich ein paar Wochen später abends mit Freunden unterwegs gewesen. Ich glaube ich hatte wahrscheinlich so zwei Bier getrunken ☺, als auf einmal ein Gedanke durch meinen Kopf zuckte. Er war sehr klar und deutlich:

MADI, WENN DU DIE ANGST NICHT ANSCHAUST, GEHT SIE NIE WEG.

Ich wusste jetzt was zu tun war. So ist das mit heiligen Nachrichten: You do it! Da gibt es kein Zögern. Du musst es einfach tun! Noch im selben Moment schrieb ich meiner Mama eine SMS. „Hey Mama, melde mich mal bitte für dieses Training da an.“ Denn ich wusste, wenn ich bis morgen früh damit warte, würde ich mich wieder nicht trauen.

Und was dann passierte, das passiert so vielen von uns immer wieder auf verschiedenste Art und Weise und zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten. Es passiert wenn wir bereit sind. Wenn wir unser Vertrauen in etwas setzen, von dem wir noch keine Ahnung haben, was es genau ist.

Und ich wusste: Alles ist besser, als diese Angst am Leben zu halten.

Heilung passiert oft dann wenn wir Dinge in einem ganz neuen Licht sehen.

Für mich passierte es in einem unscheinbaren Moment, in dem auf dem Training ein ca. 50-jähriger Mann von seiner Angst sprach. Er war 50 und erfolgreich und so. Und SEINE Angst, war MEINE Angst.

Ich weiß nicht wie viele Steine man an sein Herz hängen kann, aber sie fielen alle zu Boden. All das, was ich gehalten hatte, es fiel zu Boden.

Die grundlegendsten Überzeugungen, die ich im Laufe der Zeit über mich geschlussfolgert hatte, ich konnte sie sehen und zum ersten Mal aus ihnen heraustreten. Sie abstreifen.

Was blieb war Erleichterung.

Ich war nicht allein. Ich war nie allein gewesen.
Ich war nicht getrennt von anderen. Ich war nie getrennt gewesen.
Mit mir stimmte alles. Ich war schon immer richtig gewesen.

Und das größte Geschenk war, dass ich erkennen durfte, dass die Welt nicht nur das war, was ich bisher kennengelernt hatte. Es gab ein unendliches Universum da draußen. Es gab mehr, als mit bloßem Auge zu sehen ist.

Es wurde eine Tür aufgemacht in eine Welt, die ich bisher nicht gesehen hatte und doch war ich hier zu Hause. I found my way home.

Deswegen wisse auch Du:

Du bist nicht allein. Du bist nie allein gewesen.
Du bist nicht getrennt. Du warst nie getrennt gewesen.
Mit dir stimmt alles. Du bist schon immer richtig gewesen.

Es gibt ein Universum da draußen, das wir mit bloßen Augen nicht sehen können und doch zeigt es Dir den Weg nach Hause. Den Weg ganz zu Dir selbst.

So come home!

Wir brauchen mehr Menschen, die bei sich ankommen.
Wir brauchen mehr Menschen, die sich ihren Ängsten stellen.
Wir brauchen mehr Menschen, denen es das Allerwichtigste ist, sich nicht von der Angst bestimmen zu lassen.
Wir brauchen mehr Menschen, die irgendwann so gelangweilt von ihren Ängsten sind, dass diese verschwinden.
Wir brauchen mehr Menschen, die ihrem Ruf folgen – no matter what!

Wir brauchen mehr Menschen, die anmutig über das Eis flitzen.

Was ist Dein Ruf, Dein Ausdruck, Dein Eislaufen?

Was auch immer sich jetzt als Antwort zeigt, das ist heilig, wie meine Freundin Elisabeth es einmal auf so wunderbare Weise ausgedrückt hat. Damit macht man keine Scherze! Das vergisst man nicht! Das lässt man nicht erstmal ein paar Jahre, Jahrzehnte oder Lebzeiten auf sich wirken.

Dem folgt man. In Demut. Punkt.

Und der Schmerz? Der wird beim Gehen transformiert. Bis nichts mehr davon übrig ist. So ist es. So war es. So sei es.

Love
Madlen